Mein Norden – ein Urlaubsbericht

Der Jahresurlaub ist immer etwas Besonderes. Wenn man allerdings an einen Ort fährt, den man mit seiner Kindheit verbindet, dann bekommt der Urlaub eine ganz andere Bedeutung. Ich war dieses Jahr das erste Mal seit über 10 Jahren wieder In Cuxhaven, genauer gesagt in Duhnen. “Was kann sich schon großartig verändert haben?” habe ich gedacht. Geändert hat sich in der Tat eine Menge. Wie es mir während der Woche in Cuxhaven ergangen ist, lest ihr nun in meinem kleinen Reisetagebuch.

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Mai bis Juli – Die Planungsphase
Eigentlich war geplant, im Vorfeld nichts zu planen. Die Reise sollte von Cuxhaven über Hamburg bis nach St. Peter Ording gehen, eine kleine Tour entlang der Nordsee also. Im Laufe der Zeit haben sich allerdings einige Hindernisse gezeigt, unter Anderem die Frage des Transportmittels, die Finanzen und meine Schwester. Kurz vor Reiseantritt hieß es also umdisponieren, beziehungsweise einen richtigen Plan entwickeln, meine Schwester wollte nämlich plötzlich mitkommen. Im Grunde genommen war es eine kleine Erpressung seitens meiner Familie, dadurch dass ich meine Schwester mitgenommen habe, habe ich nämlich das Auto meiner Mutter bekommen. Das Transportproblem war also gelöst, die Finanzen ließen jedoch nur ein Reiseziel zu, und so fiel die Wahl eben auf Cuxhaven.

 

Sonntag, 25. August 2013 – Tag Eins
Mit der Müdigkeit der letzten Tage in den Knochen, musste ich um 4 Uhr morgens aufstehen, wir wollten ja früh da sein um direkt den ersten Tag voll auskosten zu können. Am Samstag zuvor war ich noch bei der VLN, und habe bis spät in die Nacht Bilder bearbeitet und hochgeladen. Zudem hatte die Gamescom in der Woche zuvor ihre Spuren hinterlassen.
So standen wir also um 4 Uhr auf und fanden uns eine Stunde später im Auto wieder. Ein wenig hat mich die Szene an das 24h-Rennen erinnert, die ganze Familie stand um das Auto rum, gab Sprüche wie zum Beispiel “Fahrt vorsichtig” oder “Ras nicht so” zum besten. Es kam mir vor, als würden 1000 kleine Japaner im Fahrerlager um mein Auto wuseln, um in letzter Sekunde Änderungen am Setup vorzunehmen. So in etwa könnt ihr euch die Szene vorstellen.
Nach etwa 4 Stunden Fahrt waren wir endlich am Ziel. Altenwalde liegt etwas außerhalb von Cuxhaven, dort hatte ich ein Hotelzimmer reserviert. Wie sich herausstellte eine schlechte Wahl, das Zimmer war dreckig, das Personal unfreundlich. Prima Urlaubsbeginn also, doch was nun? Nach Hause fahren war keine Option, also blieb nur die Suche nach einer anderen Unterkunft. Gott sei Dank fanden wir in Duhnen, keine 50 Meter vom Strand entfernt, das Haus Meeresgruß. Die freundliche Besitzerin hatte noch ein Doppelzimmer frei und nahm uns spontan auf. Mit einer sauberen Unterkunft konnte der Urlaub also endlich beginnen! Und was uns am ersten Tag erwartete, war einfach der Hammer. Alleine wegen der Luft an der Nordsee müsste man eigentlich dort leben. Gegen die Schönheit der Nordsee kommt kein Köln, kein Motorsport und keine Nordschleife an.

Der erste Weg führte zum Strand, wo wir direkt ein paar Stunden bei bestem Wetter in der Sonne lagen. Wie zu erwarten habe ich mir direkt am ersten Tag einen üblen Sonnenbrand geholt –  na Herzlichen Glückwunsch…

Am Abend fanden wir ein günstiges Restaurant, bei dem ich mich angesichts der riesigen Portionen bis heute Frage wie die Besitzer eigentlich Gewinn machen. Für 6,90 Euro eine Currywurst, die länger als mein Unterarm ist, incl. Pommes bekommen? In Köln undenkbar!

Beim Betrachten des Sonnenuntergangs waren die letzten Zweifel beseitigt. Cuxhaven MUSS das schönste Fleckchen auf diesem Planeten sein – klein aber fein.

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So endete Tag Nummer eins, und die alte Liebe von damals war schon wieder voll da. Ich wollte nie wieder dort weg.

 

Montag, 26. August 2013 – Tag Zwei
Der Tag begann mit einem unfassbar guten Frühstück von unserer Vermieterin. Im Urlaub würde jeder normale Mensch lange schlafen, wir sind jedoch um halb 8 aufgestanden, um den Tag voll nutzen zu können. Es folgte eine etwas längere Wanderung dem Strand entlang. Auch die Tierwelt scheint Spaß am Strand zu haben.

Allgemein ist die Ruhe an der Nordsee sehr entspannend. Nichts bleibt übrig vom Alltagsstress in Köln. Selten sieht man mal ein Auto in der Gegend, der Lärmpegel hält sich in Grenzen.

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Was ist am besten nach einem ausgedehnten Spaziergang? Richtig, schlafen am Strand. Nur leider neige ich zum Schnarchen, und so brachte ich direkt am ersten Tag den ganzen Strandabschnitt gegen mich auf. Weniger schön, aber nicht zu ändern. Wir sind ja schließlich zur Erholung da.

Am Abend ging es Richtung Hafen, einer meiner Lieblingsorte in Cuxhaven. Dort ist alles noch eine Spur ruhiger, noch eine Spur langsamer. Wer den ganzen Trubel des Alltags hinter sich lassen möchte, ist hier genau richtig.

Von dort aus ist es nicht weit bis zur Kugelbake. Die Kugelbake diente früher der Schifffahrt, sie markiert das Ende der Elbe und den Übergang zur Nordsee. Früher brannte in der Spitze ein Feuer, um sie besser erkennbar zu machen. Heute hat sie keinen tatsächlichen Nutzen mehr, sie dient heute als Wahrzeichen der Stadt Cuxhaven und als Touristenattraktion. Von dort kann man die riesigen Containerschiffe, die  in Hamburg be/entladen werden aus nächster Nähe beobachten. Sehr beeindruckend!

Und auch an diesem Tag fand ich den Sonnenuntergang wieder sehr erstaunlich…

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Dienstag, 27. August 2013 – Tag Drei
Während unserer Tour im Hafen wurden wir sofort von einem der zahlreichen Anbieter für Touren zu den Seehundbänken angequatscht. Das Angebot klang verlockend, also führte uns unser Weg am Dienstag direkt wieder in den Hafen. Eigentlich ist so eine Tour zu den Seehundbänken ein Muss, die Gelassenheit der Tiere überträgt sich nämlich sofort auf einen selbst.  Zugleich sieht man, dass der Umweltschutz in einigen Gegenden doch seine Berechtigung hat. Aktuell wird vor der Küste eine Offshorewindkraftanlage gebaut. Dies hat für einige Meeresbewohner ziemlich drastische Konsequenzen. Durch den Lärm, der bei dem Aufbau der Anlagen entsteht, platzt den Tieren das Trommelfell und sie verlieren ihren Orientierungssinn. Das bedeutet dass die Tiere auf Dauer qualvoll verhungern, weil sie keine Nahrung mehr finden.
Aber zurück zur Tour: nach einer hochinteressanten Hafenrundfahrt ging es raus auf die Nordsee. Normalerweise neige ich dazu Seekrank zu werden, an diesem Tag war die See allerdings gnädig. So gelang es mir dann auch, einige gute Aufnahmen zu machen.

Den Rest des Tages verbrachten wir am Strand. Ich kann ja schließlich nicht nur fotografieren, Entspannung muss sein!

 

Mittwoch, 28. August 2013 – Tag Vier
Nicht weit von Cuxhaven entfernt liegt Bremerhaven. Dort ist das Deutsche Schiffahrtsmuseum beheimatet. Im Außenbereich kann man dort einige Schiffe betreten und bis ins kleinste Detail erkunden, unter Anderem ein altes U-Boot aus dem zweiten Weltkrieg (U2540, siehe Flickr). Im riesigen Innenbereich warten verschiedene Themenbereiche. Zum Beispiel gibt es Bereiche für die Themen Bootsbau, deutsche Marine, klassische Navigation, moderne Schiffahrt, Schiffsantriebe und viele mehr. Die Ausstellung ist so groß, dass man das Museum an einem Tag eigentlich garnicht vollständig erfassen kann. Wenn ihr mal in der Nähe seid, lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall!

 

Donnerstag, 29. August 2013 – Tag Fünf
Was man in Cuxhaven definitiv gut kann: Tiere fotografieren. Abends, wenn der Trubel der Touristen vergangen ist, erobern die Möwen den Strand zurück.

Ansonsten verlief der Tag eher ruhig, der perfekte Strandtag – nicht nur für die Möwen.

 

Freitag, 30. August 2013 – Tag Sechs
Der letzte Tag… Zeit um Souvenirs zu kaufen und sich innerlich schon zu verabschieden. Es hat uns noch einmal zur Kugelbake getrieben, um von dort aus die Schiffe zu beobachten und fotografieren zu können. Auf dem Weg haben wir einen prima Souvenirshop gefunden, in dem wir uns auf dem Rückweg reichlich mit Souvenirs eingedeckt haben.
Und trotz aller Wehmut, diesen wirklich schönen Ort wieder verlassen zu müssen, habe ich noch ein paar Fotos geschossen.

 

Fazit
Es hat sich in der Zeit mehr verändert, als ich gedacht habe. Häuser wurden abgerissen, Neue wurden gebaut. Aber eines ist gleich geblieben: der wirklich einmalige Nordseecharakter. Für mich persönlich ist ein Urlaub an der Nordsee tausend Mal reizvoller als jede Weltreise. In die miefige Kölner Luft zurückzukehren war für mich ein Graus. Deshalb steht jetzt schon fest - ICH KOMME WIEDER! Vielleicht sogar noch dieses Jahr, wer weiß. Dann werde ich allerdings St. Peter Ording und Hamburg besuchen. Die Nordsee im Winter zu besuchen hat sicher auch seinen Reiz…

 

 

Die Bilder: http://www.flickr.com/photos/92188670@N05/sets/72157635507336990/

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